Warum sich eine Mappe lohnt
In einem Notfall fällt es schwer, klar zu denken. Wer Nummern, Pläne und Verträge nicht griffbereit hat, verliert Zeit mit Suchen. Eine Notfallmappe nimmt diesen Druck, weil alles Wichtige an einem Ort liegt. Sie hilft auch Familienmitgliedern, Nachbarn oder Handwerkern, die Ihnen im Ernstfall beistehen. Gerade bei Wasserrohrbruch, Stromausfall oder Aussperrung zahlt es sich aus, dass jeder weiß, wo die Mappe liegt und was darin steht. Je weniger Sie erst suchen müssen, desto ruhiger können Sie handeln.
Mit der Zeit wächst eine Mappe oft unbemerkt an. Räumen Sie deshalb gelegentlich auf und behalten Sie nur, was im Ernstfall gebraucht wird. Eine schlanke Mappe wird eher genutzt als ein überfüllter Ordner. Legen Sie die wichtigste Seite, die Notrufnummern, nach vorn, damit jeder sie sofort findet.
Was in die Mappe gehört
- Notrufnummern: Schreiben Sie Feuerwehr und Rettungsdienst 112 und Polizei 110 gut lesbar auf, dazu Störungsdienste Ihrer Versorger.
- Absperrpunkte: Notieren Sie, wo Haupthahn, Gasabsperrung und Sicherungskasten liegen, und fügen Sie ein Foto mit Pfeil bei.
- Versicherungsdaten: Legen Sie Policennummern, Ansprechpartner und Meldewege von Hausrat-, Gebäude- und Haftpflichtversicherung hinein.
- Kontakte: Tragen Sie Vermieter oder Hausverwaltung, Nachbarn, eine Person mit Zweitschlüssel und Handwerker Ihres Vertrauens ein.
- Unterlagen: Legen Sie Kopien von Mietvertrag, Ausweisen und wichtigen Verträgen sowie Anleitungen zu Heizung und Geräten bei.
Ordnung und Aufbewahrung
Wählen Sie einen festen, bekannten Ort, der auch im Dunkeln leicht zu finden ist, etwa im Flur oder Arbeitszimmer. Ein Ordner mit Klarsichthüllen genügt. Zusätzlich können Sie die Unterlagen als Fotos oder Scans auf dem Smartphone und an einem zweiten Ort sichern.
Gehen Sie sparsam mit sensiblen Daten um. Legen Sie keine Passwörter oder Zugangsdaten für Bankkonten hinein, und bewahren Sie die Mappe so auf, dass Fremde nicht ohne Weiteres Zugriff haben.
Aktuell halten und üben
Prüfen Sie die Mappe zum Beispiel einmal im Jahr, etwa beim Wechsel der Jahreszeit oder beim Austausch der Rauchmelderbatterien. Passen die Nummern noch, gibt es neue Verträge, neue Mitbewohner oder einen geänderten Schlüsselbesitz?
Besprechen Sie mit allen im Haushalt kurz, wo die Mappe liegt und wie man Strom und Wasser abstellt. Kinder können eine einfache Aufgabe übernehmen, etwa die Notrufnummer zu kennen. Wer den Handgriff einmal geübt hat, findet ihn im Ernstfall schneller.
Ein kurzer Notfallplan für den Haushalt
Ergänzen Sie die Mappe um eine Seite mit den wichtigsten Handgriffen. Wer ist wofür zuständig, wo treffen sich alle, wenn man das Haus verlassen muss, und wer ruft wen an? Halten Sie die Abläufe so einfach, dass sie auch unter Stress funktionieren.
Denken Sie auch an Menschen, die Hilfe brauchen, etwa Kinder, ältere Angehörige oder Haustiere. Notieren Sie wichtige Medikamente, Ärzte und Allergien. Eine Taschenlampe, Ersatzbatterien und ein Verbandskasten sollten in der Nähe der Mappe liegen. So haben Sie das Wichtigste zur Hand, wenn der Strom ausfällt.
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