Nachhaltig im Haus · Vorbeugen statt Schaden

Rückstau bei Starkregen: Keller schützen

Kurz gesagt

Bei Starkregen kann die Kanalisation überlastet sein. Das Wasser sucht sich dann den Weg zurück in tiefer liegende Abläufe, etwa in Kellerduschen, Waschbecken oder Bodenabläufe. Ein Rückstauverschluss sperrt diesen Weg ab. Wer Risiken kennt und Abläufe rechtzeitig prüft, kann Wasserschäden im Keller deutlich vermeiden.

Stand: Oktober 2026 · Stark365 Ratgeber

Was Rückstau bedeutet

Normalerweise fließt Abwasser aus dem Haus in den Kanal. Bei sehr starkem Regen füllt sich der Kanal, im Extremfall bis über die Höhe der Straße. Dann kann das Wasser rückwärts in die Hausanschlussleitung drücken und dort austreten, wo Abläufe tief liegen.

Betroffen sind vor allem Kellerräume mit Ablaufstellen wie Dusche, Waschmaschinenanschluss, Bodenablauf oder Hebeanlage. Darüber liegende Etagen sind in der Regel nicht gefährdet.

Wie ein Rückstauverschluss schützt

Ein Rückstauverschluss ist eine Absperrung in der Abwasserleitung. Er lässt Wasser aus dem Haus nach draußen, verhindert aber, dass Wasser aus dem Kanal zurück ins Haus strömt. Es gibt Varianten, die selbsttätig schließen, und solche, die Sie von Hand bedienen. Welche Bauart zu Ihrem Gebäude passt, hängt von den Gegebenheiten ab.

Wichtig: Ein Verschluss braucht regelmäßige Aufmerksamkeit. Er muss gängig und sauber bleiben, sonst nützt er im Ernstfall nichts.

Auch bauliche Kleinigkeiten helfen: Ein Gefälle des Geländes vom Haus weg, abgedichtete Kellerfenster und Lichtschächte, die Wasser nicht hineinlassen. Solche Maßnahmen sind unabhängig vom Rückstauschutz sinnvoll und halten Oberflächenwasser fern, das bei Starkregen ebenfalls in den Keller drückt. Wer zur Miete wohnt, sollte bauliche Fragen wie einen Rückstauverschluss mit Vermieter oder Hausverwaltung besprechen, denn Eingriffe in die Abwasserleitung sind nicht Sache der Mieter. Halten Sie außerdem Kontaktdaten für den Notfall griffbereit, damit Sie bei Unwetter nicht erst suchen müssen. Besprechen Sie im Haushalt vorab, wer im Ernstfall was übernimmt, etwa Abläufe sperren, Wertsachen sichern und Hilfe rufen.

Was Sie vorab prüfen und tun können

  • Ablaufstellen im Keller zählen: Wo liegen Duschen, Waschbecken, Bodenabläufe oder Toiletten unter der Straßenhöhe?
  • Vorhandene Schutztechnik prüfen: Gibt es schon einen Rückstauverschluss oder eine Hebeanlage? Wann wurde sie zuletzt kontrolliert?
  • Bei Unwetter handeln: Nutzen Sie die gefährdeten Abläufe möglichst nicht, solange der Starkregen anhält.
  • Wertvolles hochstellen: Lagern Sie empfindliche Gegenstände im Keller nicht direkt auf dem Boden.
  • Regenwasser ableiten: Halten Sie Dachrinnen, Fallrohre und Hofabläufe frei, damit Wasser nicht am Haus stehen bleibt.

Wartung und Verhalten im Ernstfall

Ein Rückstauverschluss, der nie bewegt wurde, kann festsitzen oder verschmutzt sein. Deshalb gehört er in die regelmäßige Kontrolle. Hersteller beschreiben, wie oft und wie er geprüft und gereinigt wird. Diese Angaben sind maßgeblich, nicht Ihre Erinnerung.

Im Ernstfall gilt: Betreten Sie überflutete Kellerräume nicht, wenn Strom unter Wasser stehen könnte. Gehen Sie kein Risiko ein, um Gegenstände zu retten. Wenn es gefahrlos geht, schalten Sie nur betroffene Stromkreise an der Sicherung ab. Ist das nicht sicher möglich, warten Sie auf Hilfe.

Danach dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und informieren Versicherung oder Vermieter. Lassen Sie durchnässte Materialien nicht lange liegen, denn je schneller getrocknet wird, desto mehr bleibt erhalten.

Warum Vorsorge nachhaltig ist

Ein überfluteter Keller bedeutet Trocknung, Entsorgung durchnässter Dinge und häufig neue Materialien. Eine einfache Absperrung und etwas Wartung können all das vermeiden und schützen Räume und Sachen dauerhaft.

Wasserschaden-Soforthilfe

Sie möchten das lieber einer Fachkraft überlassen? Wir klären am Telefon, ob und wann jemand kommen kann.

01577 – 720 83 00 Mehr zur Leistung

Wann eine Fachkraft sinnvoll ist

Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Keller gefährdet ist, kein Rückstauverschluss vorhanden ist oder ein vorhandener nie gewartet wurde, sollten Sie das prüfen lassen. Der Einbau gehört in die Hand einer Fachkraft. Sie schaut sich vor Ort an, nennt Ihnen den Aufwand und arbeitet erst nach Ihrer Zustimmung.

01577 – 720 83 00

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Keller gefährdet ist?

Wenn Abläufe in Räumen unterhalb der Straßenhöhe liegen und es bei Starkregen schon einmal gegluckert oder nass geworden ist, besteht ein Risiko. Eine Fachkraft kann die Lage vor Ort einschätzen.

Muss ein Rückstauverschluss gewartet werden?

Ja. Er sollte regelmäßig auf Funktion und Sauberkeit geprüft werden. Wie oft und wie, steht in den Herstellerangaben.

Was tun, wenn Wasser bereits im Keller steht?

Strom in betroffenen Bereichen nur dann abschalten, wenn das gefahrlos möglich ist, Wasser nicht berühren, wenn Stromleitungen betroffen sein könnten, und den Schaden dokumentieren. Bei Gefahr rufen Sie Hilfe.