Warum die Fuge zuerst aufgibt
Silikon ist elastisch und gleicht die kleinen Bewegungen zwischen Wanne, Wand und Fliesen aus. Dafür wird es täglich nass, warm und mit Reinigern behandelt. Irgendwann reißt es, löst sich von der Kante oder verfärbt sich dunkel.
Das Problem ist weniger die Optik als das, was dahinter passiert: Durch einen offenen Spalt zieht Feuchte in Kleber, Putz oder Dämmung. Dort bleibt sie lange unbemerkt und fördert Schimmel. Die Fliesen selbst sind in dieser Phase meist noch völlig in Ordnung.
So erneuern Sie eine Fuge sauber
- Alte Fuge entfernen: Schneiden Sie das Silikon mit einem Fugenmesser auf beiden Seiten ein und ziehen Sie es heraus. Reste müssen vollständig weg, sonst haftet die neue Fuge nicht.
- Untergrund reinigen: Entfetten Sie die Kanten und lassen Sie sie gründlich trocknen. Auf feuchtem Grund hält kein Silikon.
- Schimmelstellen prüfen: Ist der Untergrund dunkel oder weich, ist die Ursache größer als die Fuge. Dann sollten Sie weitersuchen, bevor Sie abdichten.
- Kanten abkleben: Mit Malerband entsteht eine gerade Linie, und die Fliesen bleiben sauber.
- Neu abdichten und glätten: Spritzen Sie das Silikon in einem Zug ein, glätten Sie es mit einem Fugenglätter oder mit einem Tropfen Spülmittelwasser und ziehen Sie das Band sofort ab.
Lassen Sie die Fuge danach so lange aushärten, wie der Hersteller auf der Kartusche angibt, bevor das Bad wieder nass wird.
Das richtige Material wählen
Für Bad und Dusche eignet sich ein Sanitärsilikon, das gegen Schimmel ausgerüstet ist. Normales Acryl ist für bewegte, nasse Fugen nicht gedacht. Wo Wanne und Wand aufeinandertreffen, ist die Fuge eine Anschlussfuge, die arbeiten darf. Eine feste Zementfuge zwischen zwei Fliesen ist etwas anderes und gehört nicht mit Silikon überzogen.
Planen Sie die Arbeit so, dass das Bad danach in Ruhe aushärten kann. Wer abends fugt und morgens duscht, riskiert, dass die neue Fuge gleich wieder leidet. Ein freier Tag oder ein Wochenende ist ein guter Rahmen, auch weil Sie dann in Ruhe Zeit für die Vorbereitung haben.
Fehler, die neue Fugen schnell ruinieren
Die häufigste Ursache für eine Fuge, die nach kurzer Zeit wieder versagt, ist ein Untergrund, der nicht ganz trocken oder sauber war. Auch Seifenreste und Fett sorgen dafür, dass das Silikon nur oberflächlich haftet. Nehmen Sie sich für die Vorbereitung lieber mehr Zeit als für das Einspritzen selbst.
Ein weiterer Fehler ist zu viel Material. Eine Fuge muss nicht dick sein, sie muss an beiden Kanten haften. Bei sehr breiten Spalten füllt man zuerst eine Hinterfüllschnur ein, damit das Silikon nicht dreiseitig haftet und beim Bewegen einreißt. Und wer die Fuge an der Wanne erneuert, kann sie mit etwas Wasser in der Wanne ausführen, denn die Wanne senkt sich beim Befüllen leicht ab, und eine Fuge im leeren Zustand reißt später gern wieder auf.
Warum das nachhaltig ist
Eine Kartusche Silikon ersetzt oft einen Abbruch: Fliesen, Kleber und Schutt müssen nicht entsorgt, neues Material muss nicht hergestellt werden. Und wer die Fuge rechtzeitig erneuert, verhindert, dass aus einem Schönheitsfehler ein Feuchteschaden wird.
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