Warum die Temperatur wichtig ist
Ein Warmwasserspeicher hält das Wasser ständig warm und gibt dabei Wärme an die Umgebung ab. Je höher die Temperatur, desto größer der Verlust. Gleichzeitig lagert sich bei hoher Temperatur mehr Kalk ab, was Heizstäbe und Wärmetauscher belastet.
Auf der anderen Seite fühlen sich Keime in lauwarmem Wasser wohl. Deshalb darf das Wasser im Speicher nicht dauerhaft zu kühl bleiben. Hier geht Hygiene vor Sparen.
Je nach Anlage gibt es zudem Unterschiede: Ein elektrischer Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst bei Bedarf, ein Speicher hält es dauerhaft bereit, und bei Heizungsanlagen kommt es auf die Kombination mit der Heizung an. Wer nicht sicher ist, welche Variante im Haus steckt, findet das Typenschild am Gerät oder fragt die Hausverwaltung.
So gehen Sie vor
- Anleitung lesen: Hersteller geben meist an, welche Einstellung für Speicher oder Wärmepumpe empfohlen wird.
- Aktuelle Einstellung notieren: Schreiben Sie auf, was eingestellt ist, bevor Sie etwas ändern.
- Nur schrittweise ändern: Verstellen Sie die Temperatur in kleinen Schritten und prüfen Sie, ob das Wasser an der Zapfstelle noch ausreicht.
- Mietwohnung klären: In Mehrfamilienhäusern gehören Anlage und Einstellung oft zur Hausverwaltung, sprechen Sie dort vorher nach.
- Verbrühschutz beachten: Sehr heißes Wasser kann Kinder und ältere Menschen verbrühen, ein Thermostatmischer an der Armatur hilft.
Besonderheiten bei Wärmepumpen und Großanlagen
Bei Wärmepumpen arbeitet die Warmwasserbereitung oft mit einem eigenen Programm, das die Speichertemperatur und regelmäßige Hygieneläufe steuert. Diese Programme sollten Sie nicht ohne Rücksprache abschalten.
In größeren Gebäuden oder bei langen Leitungen gelten oft zusätzliche Anforderungen an die Wassertemperatur, damit sich Keime nicht ausbreiten. Hier entscheidet nicht die einzelne Wohnung, sondern die Betreiberin oder der Betreiber der Anlage.
Wenn Sie Änderungen an der Regelung planen, sprechen Sie vorher mit der Person, die die Anlage betreut. Eine Einstellung, die in einer Wohnung passt, kann im Nachbarhaushalt Probleme machen, wenn beide am selben Speicher hängen. Gerade in Mehrfamilienhäusern ist deshalb Abstimmung wichtiger als Eigeninitiative.
Woran Sie Probleme erkennen
Wird das Wasser nur noch lauwarm, schwankt die Temperatur stark oder dauert es lange, bis es warm wird, kann das an Kalk, einer defekten Regelung oder einem zu klein eingestellten Speicher liegen. Auch ein muffiger Geruch beim Duschen ist ein Hinweis, den Sie ernst nehmen sollten. Lassen Sie die Anlage dann prüfen, statt die Temperatur einfach höher oder niedriger zu drehen.
Selten genutzte Zapfstellen
Hygiene hängt nicht nur von der Speichertemperatur ab. Auch Leitungen, in denen Wasser lange steht, sind anfällig, etwa zu einem Gästebad oder einer selten genutzten Dusche. Lassen Sie dort nach längerer Abwesenheit das Wasser laufen, bis es frisch und kühl kommt, und bei Warmwasser, bis es warm wird.
Entfernen Sie unnötige Leitungsstücke nicht auf eigene Faust. Tote Leitungsenden, in denen Wasser dauerhaft steht, sollten Fachleute prüfen und gegebenenfalls zurückbauen. Auch Duschköpfe und Schläuche können Ablagerungen enthalten. Reinigen oder ersetzen Sie sie regelmäßig, besonders wenn sie lange unbenutzt waren. So bleibt die Anlage hygienisch, ohne dass Sie die Temperatur höher stellen müssen, als es für Ihre Anlage nötig ist.
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