Warum sich Regenwasser lohnt
Regen ist weich und enthält kaum Kalk. Pflanzen mögen das, und Gießkannen, Schläuche und Düsen verkalken weniger. Wer sein Dach schon an ein Fallrohr angeschlossen hat, muss nur einen Teil des Wassers abzweigen.
Außerdem entlastet gesammeltes Wasser bei Starkregen die Entwässerung, weil ein Teil nicht sofort im Kanal landet. Das ersetzt keinen Überlauf, hilft aber ein wenig.
Beachten Sie bei Mietwohnungen und Reihenhäusern, dass das Fallrohr oft zum Gebäude gehört. Fragen Sie vorher bei Vermieter oder Hausverwaltung nach, bevor Sie etwas anbohren oder umbauen. Auch eine Tonne ohne Anschluss, die Sie unter die Dachrinne stellen, sammelt Wasser, ist aber weniger bequem. Ein Rankgitter oder eine Abdeckung kann die Tonne außerdem optisch einfügen, sodass sie im Garten nicht stört.
Regenwasser sammeln, Schritt für Schritt
- Standort wählen: Stellen Sie die Tonne auf einen ebenen, festen Untergrund, damit sie auch gefüllt sicher steht.
- Sammler montieren: Ein Fallrohrfilter oder Regensammler wird in das Fallrohr gesetzt und leitet Wasser in die Tonne.
- Deckel verwenden: Eine geschlossene Tonne hält Laub, Insekten und Kinder fern und verhindert Algen.
- Überlauf planen: Der Überlauf sollte so geführt werden, dass das Wasser vom Haus weg abfließt.
- Entnahme erleichtern: Ein Hahn knapp über dem Boden oder eine kleine Pumpe erleichtert das Gießen.
Hygiene und Winter
Regenwasser vom Dach ist nicht für den Verzehr gedacht. Verwenden Sie es nicht zum Waschen, für Kinderplanschbecken oder zum Gießen von Gemüse, das roh gegessen wird, ohne es vorher zu waschen. Ist das Wasser trüb oder riecht es, lassen Sie die Tonne leer laufen und reinigen sie.
Vor dem Frost sollten Sie die Tonne weitgehend leeren und den Zulauf zum Winter abkoppeln. Gefrierendes Wasser kann die Tonne sprengen und das Fallrohr beschädigen.
Reinigen Sie den Fallrohrfilter im Herbst, wenn Laub fällt, und kontrollieren Sie den Überlauf. Eine verstopfte Zuleitung kann bei Starkregen dazu führen, dass Wasser an der Hauswand herunterläuft. Das lässt sich mit einem kurzen Blick nach einem Regenguss leicht vermeiden.
Wann es mehr als eine Tonne sein darf
Soll das Regenwasser in eine größere Zisterne oder gar ins Haus für Toilettenspülung oder Waschmaschine, gelten andere Regeln. Dazu gehören eine getrennte Leitung, eine klare Kennzeichnung und oft eine Anzeige bei der zuständigen Stelle. Erkundigen Sie sich vorher bei Ihrer Gemeinde und lassen Sie Planung und Einbau von einer Fachkraft begleiten.
Gießen mit Köpfchen
Auch mit Regenwasser lohnt es sich, geschickt zu gießen. Wässern Sie lieber seltener und dafür durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Früh am Morgen oder abends verdunstet weniger Wasser als in der Mittagshitze. Gießen Sie direkt an den Wurzeln statt über die Blätter, das spart Wasser und beugt Pilzbefall vor.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenmulch hält den Boden feucht und reduziert die Verdunstung. Wer Beete mit Pflanzen nach Standort wählt, braucht insgesamt weniger Wasser. Auch das Fassungsvermögen der Tonne ist wichtig: Eine größere Tonne überbrückt trockene Wochen besser, braucht aber einen sicheren Stand und Platz. Reicht der Vorrat nicht, ergänzen Sie sparsam mit Leitungswasser, statt ständig den Gartenschlauch laufen zu lassen.
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