Woran Sie eine müde Dichtung erkennen
Zuerst hilft der Blick. Eine gesunde Dichtung ist elastisch, durchgehend und liegt gleichmäßig im Falz. Sichtbare Risse, Lücken an den Ecken, Dellen oder eine Oberfläche, die sich bröselig anfühlt, sind klare Warnzeichen.
Auch der Alltag verrät viel. Spüren Sie an windigen Tagen einen Luftzug an der Hand, pfeift es leise oder schlagen die Vorhänge neben dem geschlossenen Fenster, schließt die Dichtung nicht mehr rundum. Kondenswasser nur an einer Kante des Rahmens kann ebenfalls auf eine undichte Stelle hindeuten.
Der Papiertest für jede Seite
- Papierstreifen einklemmen: Legen Sie ein Blatt Papier an einer Stelle zwischen Flügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt es sich mühelos herausziehen, drückt die Dichtung dort zu wenig.
- Rundum wiederholen: Prüfen Sie oben, unten und an beiden Seiten, bei großen Flügeln auch in der Mitte jeder Seite.
- Stellen markieren: Ein kleiner Klebezettel am Rahmen zeigt Ihnen später, wo Sie nachbessern müssen.
- Beschläge mitdenken: Liegt die Schwäche nur an einer Seite, kann auch der Flügel hängen. Dann hilft eine neue Dichtung allein nicht.
Führen Sie den Test bei Fenstern in jedem Raum durch, auch bei selten genutzten. Gerade dort fällt Undichtes lange nicht auf.
Pflegen, nachrüsten oder erneuern
Leicht verschmutzte Dichtungen reinigen Sie mit einem weichen Tuch und mildem Seifenwasser. Danach pflegt man Gummi mit einem dafür geeigneten Mittel, damit es geschmeidig bleibt. Lösungsmittel und scharfe Reiniger greifen das Material an.
Ist die Dichtung dagegen dauerhaft verformt oder gerissen, hilft nur der Austausch. Viele Profile sind in den Falz eingeklipst oder eingezogen und lassen sich abziehen. Wichtig ist, das passende Profil zu wählen. Nehmen Sie ein Stück der alten Dichtung mit in den Fachhandel oder notieren Sie Form und Nutstärke, etwa mit einem Foto.
Selbstklebende Schaumstoffbänder sind eine Notlösung für Fenster mit Spalt. Sie ersetzen kein passendes Profil und können beim Schließen stören, wenn sie zu dick sind.
Was ein dichtes Fenster nicht lösen kann
Wer die Fugen sehr stark abdichtet, tauscht weniger Luft aus. Das ist gewollt, verlangt aber regelmäßiges Stoßlüften, sonst bleibt die Feuchtigkeit im Raum und kann zu Schimmel führen. Dichtungen sind nur ein Baustein. Bei alten Scheiben oder Rahmen ist die Wärmeübertragung ein eigenes Thema, das Sie mit einer Fachkraft besprechen können.
Neue Dichtung einsetzen: die wichtigsten Handgriffe
Ziehen Sie die alte Dichtung vorsichtig aus der Nut und reinigen Sie den Falz gründlich, denn Schmutz und Reste verhindern einen sauberen Sitz. Legen Sie das neue Profil zunächst lose ein, um die Länge einzuschätzen, und beginnen Sie in einer Ecke oder an der Stelle, die der Hersteller vorsieht.
Drücken Sie das Profil Stück für Stück in die Nut, ohne es zu dehnen. Wird es beim Einsetzen gezogen, zieht es sich später zusammen und es entsteht an den Ecken eine Lücke. Schneiden Sie es erst am Ende ab und lassen Sie die Enden bündig aufeinandertreffen. Danach schließen Sie das Fenster mehrfach und wiederholen den Papiertest.
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